So geht Schnellausbau für den Radverkehr: ADFC-Symposium zeigt starke Beispiele

 

Am 6. Dezember fand in Berlin das internationale ADFC-Symposium „Mit Schnellausbau zum Fahrradland 2030“ statt. Zahlreiche internationale Expert:innen präsentierten Beispiele für schnell umsetzbare Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs.

 

Bild von einem Podium mit den Teilnehmenden einer Podiumsdiskussion.
Die abschließende Podiumsdiskussion drehte sich um die Frage, wie die schnelle Transformation unserer Städte gelingen kann. Von links nach rechts: Moderatorin Totinia Hörner, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, der Senator für Verkehr und Mobilitätswende der Freien und Hansestadt Hamburg Anjes Tjarks, der Leiter der Abteilung für Räume in Mobilitäts- und Transportsystemen des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, Dr. Uwe Drewitz, die ADFC-Bundesvorsitzende Rebecca Peters und die Mobilitätsexpertin vom Studio Kluit, Saskia Kluit. © ADFC/Deckbar

Das Symposium bildete den Abschluss des Projekts InnoradQuick, das untersuchte, wie eine klima- und umweltfreundliche Transformation deutscher Städte und Gemeinden ohne jahrelange Planungsprozesse schnell gelingen kann und welche Maßnahmen dafür geeignet sind.

Dafür wurden internationale Beispiele für den schnellen Ausbau von Fahrradinfrastruktur gesammelt, die auch deutsche Städte und Gemeinden umsetzen können.

Grußwort der Bundesumweltministerin

Etwa 120 Gäste und Verkehrsexpert:innen hatten sich eingefunden, um sich über die Ergebnisse des Projekts zu informieren. Dazu verfolgten mehrere hundert Menschen die Veranstaltung über den angebotenen Livestream im Internet.

Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke, begrüßte die Gäste mit einer Videobotschaft. Sie sagte, das Verkehrssystem bevorzuge nach wie vor den Autoverkehr und sie setze sich für eine Reform des Straßenverkehrsgesetzes ein, um Städten und Kommunen bessere Möglichkeiten bei der Gestaltung des Verkehrs zu geben.

Politischer Wille entscheidend

Bei der Präsentation der Ergebnisse stellte das Projektteam auch die Faktoren dar, die die Maßnahmen zum Schnellausbau zum Erfolg machten. Dazu gehören vor allem politische Führung und Gestaltungswille sowie Modernisierungsprozesse in der Verwaltung. Weitere Elemente sind zum Beispiel die Beteiligung von Bürger:innen, die Auswertung der Projekte und die Kommunikation der Erfolge.

Diese Schlagworte wurden in der Folge immer wieder genannt, als Expert:innen aus Europa und den USA von ihren Projekten berichteten. In zwei parallelen Workshops wurden Elemente und Strategien für den Schnellausbau sowie die Beteiligung von Bürger:innen dargestellt und diskutiert. Zu den Vortragenden gehörten unter anderem Filip Watteeuw, stellvertretender Bürgermeister der belgischen Stadt Gent, Manuel Calvo, Berater für Nachhaltigkeit und verantwortlich für den Umbau Sevillas zur Fahrradstadt, Laura Dierenfeld von der Abteilung aktive Mobilität der Stadt Austin in Texas, Bart Christaens, Fahrradkoordinator der Stadt Rotterdam, Isabel Strehle, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur der Stadt Aachen und weitere.

Strategie und Mut

Zur abschließenden Podiumsdiskussion versammelten sich die niederländische Mobilitätsexpertin Saskai Kluit, der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, Anjes Tjarks, Senator für Verkehr in Hamburg, Dr. Uwe Drewitz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, sowie Rebecca Peters, ADFC-Bundesvorsitzende.

Bei der Frage, wie die schnelle Transformation unserer Städte gelingen kann, stellten die Diskutant:innen fest, dass Strategie, Mut und Durchhaltewillen nötig seien, um grundlegende Veränderungen durchzusetzen. Das werde in der Regel belohnt, denn die meisten Menschen seien mit dem gegenwärtigen Zustand unzufrieden und würden Veränderungen begrüßen, kritische Stimmen seien aber meist besonders laut. Gleichzeitig müsse es für solche Veränderungen ein gutes Konzept geben, um Menschen überzeugen zu können. Dazu sei auch ein Austausch und Lernen von erfolgreichen Projekten nötig, wie es die Projekte Innorad und InnoradQuick sowie das ADFC-Symposium möglich machten.

Ein ausführlicher Bericht folgt.

Die Aufzeichnung des ADFC-Symposiums „Mit Schnellausbau zum Fahrradland 2030“ kann auf dem ADFC-Youtube-Kanal angesehen werden.

Informationen zu den Projekten Innorad und InnoradQuick sind in der blauen Medienbox verlinkt.

 

https://nottuln.adfc.de/neuigkeit/so-geht-schnellausbau-fuer-den-radverkehr-adfc-symposium-zeigt-starke-beispiele

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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